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Was nun Herr Mayer? Ein Gespräch mit dem Vorstand des IBBM e.V.   

 

Wir erleben gerade eine Krise, die unser ganzes Leben betrifft. Gesundheit, Privatleben und Job sind in Gefahr.

Jedenfalls erleben das viele Menschen so. Angst und auch Traurigkeit begleiteten uns in den letzten Wochen und Monaten. Auch Unsicherheit.

Um Klarheit zu bekommen sind zum Beispiel Informationen durchaus hilfreich. Ein Grund, weshalb ich in letzter Zeit viel im Internet unterwegs war. Dabei stieß ich auf eine Innenseite, die startete mit der Aussage

„Weil Menschen einander brauchen“

Diese Aussage kann ich nur unterschreiben. Ich war auf der Internetseite von Herrn Andreas Mayer gelandet. Er ist Vorstand des IBBM e.V.. Und es ist eben genau der Grundsatz des IBBM e. V. !

Wir beim IBBM e. V.  sind eine Gemeinschaft von Freiberuflern, die gemeinsam und doch jeder für sich Coaching, Beratung und Training anbietet.

 

Susanne Schmid:

Heute darf ich zum Interview unseren Vorstand Andreas Mayer ganz herzlich begrüßen. Ich freue mich sehr, dass Du Dir Zeit für mich nimmst! Wir kennen uns schon viele Jahre und ich weiß, dass Du sehr umfangreich ausgebildet bist.

Du hast mehrere Studiengänge absolviert und warst auch als Führungskraft tätig. Wenn ich Deine Berufsbiographie lese, bin ich sehr beeindruckt. Ich denke mir dann, warum sitzt ein Mann wie Du nicht auf einem bequemen Chefsessel und schiebt eine ruhige Kugel?

Oder vielleicht gibt es so einen Posten gar nicht! Wobei ich jetzt selber lachen muss, denn ich kenne Dich als vom Wesen her gelassen und eher entspannt, dabei aber stets im Einsatz.

 

Bist Du Coach aus Leidenschaft? Oder wie würdest Du Dich selber beschreiben?

 

Andreas Mayer:

Danke Susanne. Ja, Du hast mich da gut beschrieben.

Nach dem Studium ist man ja voll von gelerntem Wissen und Eindrücken. Die möchte man dann auch an- und einbringen. Nachdem ich mich bereits während des Studiums freiberuflich betätigt habe, ging es also los und ich bin als Angestellter in einem großen Unternehmen als Vorstandassistent eingestellt worden.

Ich hatte Glück, denn die beiden erfahrenen Vorstände haben mich schalten und walten lassen. Das war eine lehrreiche Zeit. Danach habe ich einen weiteren Karriereschritt gewagt und habe den Posten des kaufmännischen Geschäftsführers in einem völlig anderen Bereich angenommen.

Zunächst wollte ich, wie wahrscheinlich viele etwas bewegen und natürlich unbewusst Anerkennung. Jedoch musste ich für mich feststellen, dass man mit der Verantwortung und den gegebenen Markt- und Firmeninteressen als Person oft Entscheidungen treffen muss, die einem nicht immer gut tun.

Freiheit existiert unter vorgegeben Spielregeln eben nicht. Für meine Entwicklung war es gut. Irgendwann reifte in mir die Erkenntnis, dass man als Berater und Freiberufler mehr bewegen kann und dabei sich selber nicht verbiegen muss. Also entschied ich mich in den Freiberuf als Berater, Dozent und Coach zu wechseln.

Kein leichter Schritt. Jedoch habe ich es zu keinem Zeitpunkt bereut. Man verliert vielleicht etwas an Sicherheit, wenn es die überhaupt gibt, dafür bekommt manso viel mehr. Die Möglichkeit zu gestalten, unterstützen und Positives zu bewirken. Das treibt mich an.

 

Susanne Schmid:

Du bist Gründungsmitglied des IBBM e.V. und 1.Vorstand. Der Verein ist zertifizierter Bildungsträger und doch anders als andere Bildungsträger.

 

Was war Deine Motivation zur Gründung und Zertifizierung des IBBM e.V.?

 

Andreas Mayer:

Wie bereits geschildert, stehen für mich der Mensch, die Aufgabe und die Möglichkeit Entwicklungen zu begleiten und zu fördern im Zentrum. Da es unglaublich viele kreative und gut ausgebildete Menschen gibt, denen es jedoch als Einzelkämpfer oft schwer fällt dies auch an Frau/Mann zu bringen, hatte ich bereits vor zig Jahren die Idee, diesen Personen eine Plattform bzw. eine Heimat zu geben.

Gemeinschaft, Erfahrungsaustausch, Wissenstransfer,  Weiterentwicklung, Professionalität in einem geschützten, verlässlichen Rahmen zu bieten, in dem sich der Einzelne, individuell darstellen und arbeiten kann.

Um dies zu gewährleisten haben wir uns von Beginn an ethisch und moralisch basierte Qualitätsrichtlinien gegeben. Deshalb gingen wir den Weg der Zertifizierung. Wie ein guter Gärtner, der sein Feld schützt, hegt und pflegt, damit die Pflanzen frei wachsen können.

 

Susanne Schmid:

Viele Menschen sind unsicher, wenn sie einen Coach suchen. Sie möchten wissen, ob Du der richtige Coach für sie bist.

 

Was ist Dein Schwerpunkt? Mit welchen Themen hauptsächlich können Menschen zu Dir kommen?

 

Andreas Mayer:

Das ist individuell verhandelbar. In erster Linie kommt es darauf an, dass der Klient eine Eigenmotivation und ein verifizierbares Ziel verfolgt. Empathisch-professionell zu agieren. Oft wissen dies die Hilfesuchenden zu Beginn nicht genau.

Was Sie antreibt ist die Erkenntnis oder das Gefühl, dass es etwas Anderes geben kann, als Sie momentan wahrnehmen oder erleben, unabhängig vom Thema. Es existiert oft der Glaube, dass wahrgenommene Störungen allein situationsbedingt oder technischer Natur sind. Dies in einem Klärungsprozess herauszufinden, darin besteht zunächst die Arbeit mit und am Klienten.

Es gilt also eine möglichst genaue Ist-Situation des Erlebten zu erfassen, um dann den gewünschten Zustand zu formulieren. Das macht 50 Prozent der Lösung aus. Ob es um wirtschaftliche, private oder sonstige erlebte Situationen geht ist dabei unerheblich. Erst danach entscheidet man sich gemeinsam für die zur Anwendung kommenden Instrumente.

Businessdevelopment, Startup-management, Konfliktmanagement, Weiterbildung, persönliche Weiterentwicklung, neue Märkte, Beziehungsthemen oder einfach ein gewünschter neuer Job. Das hierzu erforderliche Wissen und die Erfahrung sind da, jedoch macht die Anwendung dieses Wissens nur Sinn, wenn es nicht nur um sogenanntes Kübelwissen, also reinen Wissenstransfer geht, sondern gemeinsam in kollaborativer Weise in die alltägliche praktische Anwendung übergeht.

Darin unterscheiden sich die Angebote klassischer Unternehmensberatung, Training oder was viele unter Coaching verstehen. Es geht mir nicht darum jemand zu sagen, was er womöglich falsch macht. Denn das gibt es nicht. Es gibt nur sinnvoll und nicht sinnvoll in Bezug auf ein Ziel.

Coaching oder Beratung, wie ich es verstehe ist eben nicht jemand anzuleiten oder Modelle zu übertragen, die der Klient womöglich inhaltlich oder emotional nicht erfasst hat. Es geht darum neue Wege gemeinsam zu entwickeln und die dadurch gemachten Erfahrungen zu reflektieren.

Als Beispiel dient mir hierzu das klassische Startupmanagement. Da werden den Neustartern Dinge wie ein Businessplan abverlangt, weil dies Standard ist. Jedoch erfassen viele den Sinn eines solchen Vorgehens nicht. Man macht es eben. Und alle Beteiligten denken es wäre eine gute Arbeit geleistet worden. Mitnichten!

Ein Business neu zu starten braucht so viel mehr, Enthusiasmus, Ideen, Visionen, Marktanalysen, Kundenutzen und dergleichen. Manch ein sogenannter professioneller Coach hat dies nicht im Angebot. Es herrscht der Glaube vor, wenn ein Businessmodell übertragen wurde dann genügt dies, das hat man ja schließlich schon immer so gemacht.

Der Klient und sein Ziel bleiben hierbei jedoch häufig auf der Strecke. Moderne Geschäftsentwicklung sieht anders aus. Krisenmanagement erfordert mehr als die reine Anwendung von Werkzeugen. Der Kunde muss mitgenommen werden und er muss der Überzeugung sein, dass es sein Ziel und seine Vorgehensweise ist. Ob es sich hier um geschäftliche Themen oder private geht, ist dabei unerheblich.

 

Susanne Schmid:

Für Dich ist die Motivation des Coache besonders ausschlaggebend. Sie ist die Grundlage und der Antrieb für einen Veränderungsprozess. Auch hat mir das Bild des Gärtners, der seinen Garten hegt und pflegt und den Pflanzen Nahrung zum Wachsen gibt sehr gut gefallen.
Du hast von Deinem eigenen enormen Veränderungsprozess im beruflichen Leben erzählt.

 

Wie schaffst Du es Dich selber so zu motivieren? Oder was unterstützt Dich? Oder um beim Bild des Gartens zu bleiben, was lässt Dich wachsen?

 

Andreas Mayer:

Hierauf kann ich auf verschiedene Weise antworten.

Versuche ich es einmal psychologisch-soziologisch. Jeder Mensch bewegt sich innerhalb seiner Kulturgrenze, was manche als soziales Umfeld oder Komfortzone bezeichnen.  Ob dieses Umfeld einem gut tut oder nicht, ist eine Frage des persönlichen Erlebens und der   Disposition.

Wenn meine Grundbedürfnisse befriedigt sind, werde ich wenig Verlangen haben etwas zu verändern, mit Ausnahme der dann wachsenden Neugier oder dem paradoxen Wunsch nach Unsicherheit, wenn man sehr in Sicherheit lebt. Das ist jedoch ein anderes Thema.

Sind meine Bedürfnisse jedoch nicht befriedigt, dann entsteht abgekürzt eine Art Leidensdruck und die ist es, die einen bewegt oder die einen im Innersten motiviert. Das Vermeiden von Leiden, gepaart mit einem Nutzenkonzept ist der Antrieb eines Jeden.

Die andere, einfacher zu formulierende Erklärung ist, weil es Freude bereitet, Sinn ergibt und einen für mich positiven Wert enthält. Weil ich das Gefühl habe etwas wertvolles geschaffen zu haben. Also sehr persönliche Gründe.

 

Susanne Schmid:

Vielen Dank Andreas für Deine sehr persönlichen Einblicke.
„Weil Menschen einander brauchen“, „Miteinander und füreinander“ (Quelle www.amayco.de). Das Motto von Andreas Mayer dem 1. Vorstand des IBBM e.V.

 

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